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„O’zapft is“ – Vernissage im neuen Bürogebäude Technische Betriebe Wil
Kunst am Bau von Markus Eugster überzeugt und gefällt
Rita Schmidlin
Das neue Bürogebäude TBW Technische Betriebe Wil wird erst Ende Jahr
bezogen, die Vernissage der Kunst am Bau fand am Freitagabend statt.
Frank Nievergelt, Kurator Kunsthalle Wil, hielt die Laudatio vor einer
grossen Schar von Kunstliebhabern.
Stadtrat Andreas Widmer, Vorsteher Departement Versorgung und
Sicherheit, begrüsste das Vernissage-Publikum im Foyer und schickte es
auf den markierten Rundgang durch das Haus. Im zweiten Stock wurden die
Gäste zu einem Apéro eingeladen.
Was lange währt, wird endlich gut
Stadtrat Widmer betonte in seiner Ansprache, dass es sich um die
Vernissage der Kunst am Bau handle und nicht um eine Einweihung des
neuen Bürogebäudes. Dieses weise übrigens eine lange Geschichte auf,
die ersten Ideen zur Realisierung seien vor 25 bis 30 Jahren
entstanden. Nach fast 25 Jahren „Bauzeit“ habe man sicher Grund, die
Kunst am Bau mit einer Vernissage für Kunstliebhaber zu feiern. Der
Bezug des Gebäudes wird Ende Jahr erfolgen, ein Tag der offenen Tür ist
für den Frühling geplant.
Wie Widmer weiter ausführte, standen
drei Punkte bei der Realisierung im Vordergrund: die Energie, die
Finanzen und die Kunst am Bau. Mit 5,87 Mio. Fr. sei fast eine
Punktlandung gelungen, dank der kunstbeflissenen Firma Geoinfo AG im
oberen Stock sei auch das Kunstprozent fast erreicht worden.
Mit
Frank Nievergelt, Kurator Kunsthalle Wil, haben die TBW einen berufenen
Mann verpflichten können für die Wettbewerbs-Kommission wie für die
Umsetzung.
System Stadt In seiner gehaltvollen
Laudatio erzählte Frank Nievergelt, dass vier Künstler zum Wettbewerb
eingeladen waren, alles Leute, die bereits etwas vorweisen konnten.
Alle Vorschläge seien für die Wände der inneren Zone gemacht worden mit
Bildern und Lichtobjekten.
Markus Eugster sei aufgrund seiner
Thermobilder eingeladen worden und hat drei Formen präsentiert:
Wärmebilder, Typo-Bilder und Urbanität. Der Entscheid sei gefallen für
die Form Urbanität in einer klassischen Form. Die Jury haben Humor,
Witz und Tiefe der Werke von Eugster überzeugt mit Elementen die Bezug
auf die Stadt nehmen und künstlerisch so umgesetzt wurden, dass es
Auftraggebern und Architekten gefällt.
Urbane Elemente, es
könnten Siedlungsformen einer Stadt sein, sind mit konkreten Elementen
ergänzt. Wie Nievergelt weiter ausführte, ist die Farbe blau
gemeinsames Element aller Stockwerke. Die farbig flächigen Elemente
sind Zeichen der technisierten Gesellschaft wie Zuleitungen für Erdgas,
Verkehrswege oder Antennen. Diese wurden in der Schlussfassung ergänzt
von klaren realistischen Schwarzzeichnungen, welche in den Stockwerken
die Themen der technischen Betriebe aufnahm.
Kommunikation, Strom, Wasser, Ökologie Die
Farbe grün im Eingang würde wohl nicht unbedingt erwartet in Wil,
meinte Nievergelt, aber die Farbe blau sei auch vertreten. Im
Erdgeschoss, wo die Leute empfangen werden, gilt das Thema
Kommunikation, das Bild des Mannes mit der Katze – „Kommuni cat ion“
führt mit dem Kabel Richtung Treppe in den 1. Stock zum Strom, in den
Farben dunkelgrün und blau gehalten. Im 2. Obergeschoss wird das Thema
Wasser gezeigt, dies zum Beispiel mit einem Bild von einem
Nostalgiehahnen mit einem bärtigen Mann. Oder ist es gar kein Mann,
sondern einfach nur Wasser, das von der Decke spritzt?
Im
dritten Obergeschoss wird das Thema Ökologie aufgegriffen, dort hat es
auch am meisten Farbe, es blüht oben, wie der Kurator ausführte.
Schmetterlinge, die empfindlich reagieren auf eine gestörte Natur,
fühlen sich dort wohl. Freiheit in Natur, das würden alle brauchen,
auch die Menschen. Es gelte, sorgfältig umzugehen mit den Ressourcen.
Gegensätze Im
vierten Stock ist die Technik untergebracht, aber man habe von dort aus
auch eine wunderbare Aussicht auf die Alpen einerseits und die Stadt
Wil anderseits. Gegensätze, die doch zusammengehören, die Technik, die
Stadt und die Natur und der Mensch.
Nievergelt betonte
abschliessend, es sei dem Künstler Eugster gelungen, Botschaften zu
vermitteln mit Bildern, in denen man immer wieder etwas Neues entdecken
könne. Das braucht es, damit Kunstwerke nicht langweilig werden für die
Menschen, die täglich davon umgeben sind.
Auf dem eindrücklichen
Rundgang inklusive viertem Stock und Sicht auf die nächtliche Stadt Wil
zeigten sich die Kunstfreunde beeindruckt und begeistert von der Kunst
am Bau im neuen Bürogebäude der TBW.
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