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Wil: 21.11.2009
Stadtrat Andreas Widmer begrüsste zur Vernissage Kunst am Bau.
Stadtrat Andreas Widmer begrüsste zur Vernissage Kunst am Bau.

Kurator Frank Nievergelt hielt eine gehaltvolle Laudatio.
Kurator Frank Nievergelt hielt eine gehaltvolle Laudatio.

"Kommuni cat ion" im Erdgeschoss.
"Kommuni cat ion" im Erdgeschoss.

Die Werke von Markus Eugster überzeugen auch mit Humor.
Die Werke von Markus Eugster überzeugen auch mit Humor.

„O’zapft is“ – Vernissage im neuen Bürogebäude Technische Betriebe Wil
Kunst am Bau von Markus Eugster überzeugt und gefällt
Rita Schmidlin
Das neue Bürogebäude TBW Technische Betriebe Wil wird erst Ende Jahr bezogen, die Vernissage der Kunst am Bau fand am Freitagabend statt. Frank Nievergelt, Kurator Kunsthalle Wil, hielt die Laudatio vor einer grossen Schar von Kunstliebhabern.

Stadtrat Andreas Widmer, Vorsteher Departement Versorgung und Sicherheit, begrüsste das Vernissage-Publikum im Foyer und schickte es auf den markierten Rundgang durch das Haus. Im zweiten Stock wurden die Gäste zu einem Apéro eingeladen.

Was lange währt, wird endlich gut
Stadtrat Widmer betonte in seiner Ansprache, dass es sich um die Vernissage der Kunst am Bau handle und nicht um eine Einweihung des neuen Bürogebäudes. Dieses weise übrigens eine lange Geschichte auf, die ersten Ideen zur Realisierung seien vor 25 bis 30 Jahren entstanden. Nach fast 25 Jahren „Bauzeit“ habe man sicher Grund, die Kunst am Bau mit einer Vernissage für Kunstliebhaber zu feiern. Der Bezug des Gebäudes wird Ende Jahr erfolgen, ein Tag der offenen Tür ist für den Frühling geplant.

Wie Widmer weiter ausführte, standen drei Punkte bei der Realisierung im Vordergrund: die Energie, die Finanzen und die Kunst am Bau. Mit 5,87 Mio. Fr. sei fast eine Punktlandung gelungen, dank der kunstbeflissenen Firma Geoinfo AG im oberen Stock sei auch das Kunstprozent fast erreicht worden.

Mit Frank Nievergelt, Kurator Kunsthalle Wil, haben die TBW einen berufenen Mann verpflichten können für die Wettbewerbs-Kommission wie für die Umsetzung.

System Stadt
In seiner gehaltvollen Laudatio erzählte Frank Nievergelt, dass vier Künstler zum Wettbewerb eingeladen waren, alles Leute, die bereits etwas vorweisen konnten. Alle Vorschläge seien für die Wände der inneren Zone gemacht worden mit Bildern und Lichtobjekten.

Markus Eugster sei aufgrund seiner Thermobilder eingeladen worden und hat drei Formen präsentiert: Wärmebilder, Typo-Bilder und Urbanität. Der Entscheid sei gefallen für die Form Urbanität in einer klassischen Form. Die Jury haben Humor, Witz und Tiefe der Werke von Eugster überzeugt mit Elementen die Bezug auf die Stadt nehmen und künstlerisch so umgesetzt wurden, dass es Auftraggebern und Architekten gefällt.

Urbane Elemente, es könnten Siedlungsformen einer Stadt sein, sind mit konkreten Elementen ergänzt. Wie Nievergelt weiter ausführte, ist die Farbe blau gemeinsames Element aller Stockwerke. Die farbig flächigen Elemente sind Zeichen der technisierten Gesellschaft wie Zuleitungen für Erdgas, Verkehrswege oder Antennen. Diese wurden in der Schlussfassung ergänzt von klaren realistischen Schwarzzeichnungen, welche in den Stockwerken die Themen der technischen Betriebe aufnahm.

Kommunikation, Strom, Wasser, Ökologie
Die Farbe grün im Eingang würde wohl nicht unbedingt erwartet in Wil, meinte Nievergelt, aber die Farbe blau sei auch vertreten. Im Erdgeschoss, wo die Leute empfangen werden, gilt das Thema Kommunikation, das Bild des Mannes mit der Katze – „Kommuni cat ion“ führt mit dem Kabel Richtung Treppe in den 1. Stock zum Strom, in den Farben dunkelgrün und blau gehalten. Im 2. Obergeschoss wird das Thema Wasser gezeigt, dies zum Beispiel mit einem Bild von einem Nostalgiehahnen mit einem bärtigen Mann. Oder ist es gar kein Mann, sondern einfach nur Wasser, das von der Decke spritzt?

Im dritten Obergeschoss wird das Thema Ökologie aufgegriffen, dort hat es auch am meisten Farbe, es blüht oben, wie der Kurator ausführte. Schmetterlinge, die empfindlich reagieren auf eine gestörte Natur, fühlen sich dort wohl. Freiheit in Natur, das würden alle brauchen, auch die Menschen. Es gelte, sorgfältig umzugehen mit den Ressourcen.

Gegensätze
Im vierten Stock ist die Technik untergebracht, aber man habe von dort aus auch eine wunderbare Aussicht auf die Alpen einerseits und die Stadt Wil anderseits. Gegensätze, die doch zusammengehören, die Technik, die Stadt und die Natur und der Mensch.

Nievergelt betonte abschliessend, es sei dem Künstler Eugster gelungen, Botschaften zu vermitteln mit Bildern, in denen man immer wieder etwas Neues entdecken könne. Das braucht es, damit Kunstwerke nicht langweilig werden für die Menschen, die täglich davon umgeben sind.

Auf dem eindrücklichen Rundgang inklusive viertem Stock und Sicht auf die nächtliche Stadt Wil zeigten sich die Kunstfreunde beeindruckt und begeistert von der Kunst am Bau im neuen Bürogebäude der TBW.

Zu Tiefsinn verleiten kann das Bild "Schraubenspieler".
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Bärtiger Wassermann oder nur Wasserspritzer?
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"Houston, ich habe Probleme" lässt Spielraum für eigene Interpretation.
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Frank Nievergelt, Markus Eugster und Andreas Widmer freuten sich über gelungene Vernissage.
Frank Nievergelt, Markus Eugster und Andreas Widmer freuten sich über gelungene Vernissage.